Schon Dioskurides und Paracelsus verwendeten das Johanniskraut gegen zahlreiche Beschwerden. In der Volksmedizin zählte es zu den beliebtesten und bekanntesten Heilpflanzen. Es fand Verwendung bei innerlichen und äußerlichen Wunden. Bei Blutspeien, Ruhr, Hieb- und Stichwunden, Brandwunden und Geschwüren machte man es sich zunutze. Einreibungen mit Johanniskrautöl waren sehr gebräuchlich bei Hexenschuß, Gicht, Rheuma, Verrenkungen und Nervenschmerzen. Das Kraut wurde auch bei Menstruationsbeschwerden, Gebärmutterschmerzen und Wechseljahrsbeschwerden als Tee getrunken. Dank seiner beruhigenden und ausgleichenden Wirkung auf das Nervensystem galt es als zuverlässiges Mittel bei Schwermut, Melancholie und Niedergeschlagenheit. Ferner fand es noch Verwendung bei Leberleiden, Gallenbeschwerden, Lungenkrankheiten, Magenkrämpfen, Durchfall, Husten, Asthma, Bettnässen u.a. In der Mythologie und im Brauchtum war das Johanniskraut eine ganz besondere Pflanze. Wurde es an Johanni (24. Juni) gesammelt, galt es als besonders heilkräftig. Ein Kranz aus dem Kraut, am Sonnwendfest gebunden und übers Hausdach geworfen sollte vor Blitz, Feuer, Dämonen und dem Teufel schützen. Für diesen Zweck und für Liebesorakel wurde das Kraut in Böhmen und Bayern verräuchert. Johanniskraut wächst an trockenen, warmen Wegrändern, Wäldern, an Gebüschsäumen, auf lichten Waldwiesen und Brachflächen. Es ist fast in ganz Europa und Westasien verbreitet. Johanniskraut mischt sich gut mit Goldrute, Brennessel, Eibisch, Berberitze, Huflattich u.a.


